Forschungsprojekt agEnS

Multilaterale Erschließung geothermischer Energie

Das Verbundvorhaben agEnS ist ein innovatives Pilot- und Demonstrationsprojekt zur Nutzung geothermischer Energie im Oberrheingraben. Ziel des Projekts ist es, eine neue Strategie zur Erschließung geothermischer Lagerstätten in der Region Speyer und Schifferstadt zu entwickeln.

agEnS setzt auf zukunftsweisende Aufschlusstechniken, die seismische Risiken minimieren und die Wirtschaftlichkeit der geothermischen Energiegewinnung steigern sollen.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit einer Fördersumme von 44,4 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert. 

 

Informationen zum Projekt agEnS

  • Förderkennzeichen: 03EXP4006A-H
  • Projektlaufzeit: 01.06.2024 bis 31.05.2029  
  • Thema: Geothermie
  • Fördersumme: 44.406.273,72 Euro

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Projektziel

Das Hauptziel von agEnS ist die Demonstration einer innovativen Technik zur Erschließung geothermischer Lagerstätten. Von einer Hauptbohrung aus werden mehrere Seitenbohrungen durchgeführt, um so das geothermische Reservoir effizient und risikoarm zu erschließen. Dies soll zur Reduzierung induzierter Seismizität sowie zur Steigerung der Produktivität beitragen. agEnS will zeigen, dass geothermische Energie eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Option zur Wärmeversorgung darstellen kann.

Projektverbund

Die multidisziplinäre wissenschaftliche Begleitung der Arbeiten sichert den Stand der Wissenschaft unter Berücksichtigung des Standes der Technik und liefert die Grundlage für eine Optimierung und Multiplikation des Ansatzes. Zu den Projektpartnern gehören renommierte Forschungseinrichtungen sowie spezialisierte Fachunternehmen:

Projektpartner & Beteiligte

geopfalz GmbH & Co. KG

Die geopfalz GmbH & Co. KG wurde 2023 als Tochtergesellschaft der Stadtwerke Speyer GmbH und der Stadtwerke Schifferstadt gegründet und ist damit die erste interkommunale Projektgesellschaft zur Erschließung geothermischer Energie in Rheinland-Pfalz. Die geopfalz koordiniert das Verbundprojekt agEnS und wird in ihrem Teilvorhaben mit der ersten tiefengeothermischen Dublette einen Grundbaustein zur geothermischen Erschließung und damit zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Speyer und Schifferstadt beitragen. Diese Arbeiten werden von aktiver Kommunikation auf Augenhöhe sowie integrierter Betrachtung der wirtschaftlichen Aspekte begleitet.

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geomecon GmbH

Die geomecon GmbH ist ein auf die numerische Simulation des geomechanischen Systemverhaltens spezialisiertes Ingenieurbüro. Das Spektrum der Arbeiten zielt auf ein fortgeschrittenes Verständnis des gekoppelten thermo-hydro-geomechanischen Verhaltens von gebirgsmechanischen Anwendungen wie Tiefbohrungen, Schachtbau, Tunnelvortrieb, Lagerstättenerschließung, geothermische Operationen und Endlagerung radioaktiver Abfälle. Die numerischen Dienstleistungen werden durch Standard- und fortgeschrittene Laborexperimente ergänzt, die die wichtigsten Eingangsparameter für hochmoderne Finite-Elemente- und eXtended-Finite-Elemente-basierte Kontinuums- und Bruchmechanikanalysen liefern.

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Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

In der Abteilung Seismologie der Goethe-Universität Frankfurt erforschen wir ein breites Themenspektrum mit Fokus auf seismisches Monitoring mittels konventioneller und Glasfaser-Technologie. Unsere Arbeiten umfassen die Optimierung der seismischen Überwachung in der Tiefengeothermie, die Analyse seismischer Signale in Umwelt- und Vulkanseismologie sowie die Modellierung der Wellenausbreitung in komplexen geologischen Strukturen. Darüber hinaus führen wir weltweit Feldexperimente durch, entwickeln innovative methodische Ansätze und nutzen moderne Verfahren wie Wellenform-Tomographie und Maschinelles Lernen.

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Institut für geothermisches Ressourcenmanagement (igem)

Schwerpunkte der Arbeiten des igem sind die Erfassung und Bewertung geothermischer Ressourcen und die Erarbeitung von Konzepten zur Optimierung von Explorations­ver­fahren. Im Zuge dieser Arbeiten beschäftigen sich Mitarbeiter des igem sowohl mit der Er­fassung natürlicher Seismizität als auch mit der Entwicklung von Verfahren zur Bewertung und Risikoabschätzung anthropogen erzeugter Seismizität im Zusammenhang mit dem Betrieb von Geothermieanlagen. Das igem setzt hierbei auf Erfahrung in der Anwendung und Entwicklung numerischer Methoden zur Simulation induzierter Seis­mizität, einschließlich gekoppelter thermohydraulisch-mechanischer Modelle. 

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Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe Umwelt (IFG Umwelt) an der Rheinland-Pfälzischen Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) ist ein Netzwerk zur Analyse von Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Individuum und Gesellschaft. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Identifikation und Analyse von Umweltrisiken und wissenschaftlichen Unsicherheiten (Umweltwissenschaften), deren Einordnung im öffentlichen Diskurs (Sozial- und Kommunikationswissenschaften) und das auf Risiken, Unsicherheiten und Diskurse bezogene Erleben und Verhalten in der Bevölkerung (Psychologie).

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Technische Universität Bergakademie Freiberg

Das Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau (IBF) beschäftigt sich seit 60 Jahren mit der der Förderung von fluiden Kohlenwasserstoffen. Dazu gehört die Bohrtechnik, die Komplettierung und Förderung. Später kam als wichtige Aufgabe die Speichertechnik dazu. In den letzten Jahren hat sich die Forschungsschwerpunkt in Richtung Geothermie und Integritätsfragen bei der Speicherung verlagert. 

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Ruhr Universität Bochum

Die Arbeitsgruppe "Ingenieurgeologie und Felsmechanik" der Ruhr-Universität Bochum legt ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf felsmechanische Fragestellungen in den Bereichen Geothermie, Energiespeicherung, nachhaltiges Ressourcenmanagement, Endlagerung und der nachbergbaulichen Sicherung und Nutzung. Die Felsmechanik als Teilgebiet der Geomechanik beschreibt das Verhalten des kompetenten, d.h. festen Untergrundes unter den herrschenden und anthropogen induzierten, mechanischen und hydraulischen Bedingungen. Der systemische Arbeitsansatz umfasst die laborgestützte Charakterisierung des Gesteins- und Trennflächenverhaltens, die drohnengestütze Aufnahme des Trennflächeninventars im Feld, die skalenübergreifende Modellierung sowie die numerisch gestützte Analyse des geomechanischen Systemverhaltens.

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Geo-Energie Suisse AG

Die Geo-Energie Suisse AG ist eine Gesellschaft mehrerer Schweizer Energieversorgungsunternehmen, die der Tiefengeothermie für die Strom- und Wärmeproduktion in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen wollen. Das Hauptziel der Geo-Energie Suisse AG ist die Entwicklung von Pilotprojekten, um mittelfristig die technische Machbarkeit von Tiefengeothermie-Kraftwerken und langfristig deren Wirtschaftlichkeit nachzuweisen.

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Förderung und Unterstützung

Das Projekt agEnS wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) über den Projektträger Jülich (PtJ) mit einer Gesamtfördersumme von 44,4 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Ergänzungsprojekt LISAgenS, das sich mit grundlegenden Forschungsfragen befasst, mit 1,8 Millionen Euro. Diese umfassende Förderung ermöglicht es, innovative Lösungen zur geothermischen Energiegewinnung zu entwickeln und die Energiezukunft aktiv mitzugestalten.

Forschung und Innovation

AGENS ist ein interdisziplinäres Projekt, das Expertise aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt, um die geothermische Energiegewinnung zu optimieren. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden neuartige Techniken entwickelt, die sowohl die geomechanische als auch die hydraulische Erschließung von Reservoiren verbessern. Diese Innovationen sollen die geothermische Energie zu einer Schlüsseltechnologie für die nachhaltige Energieversorgung der Zukunft machen.

Das Ergänzungprojekt "LISAgenS"

Neben dem Projekt agEnS fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das Ergänzungsprojekt LISAgenS der Ruhr-Universität Bochum, das sich mit grundlegenden Forschungsfragen befasst, mit rund 1,8 Millionen Euro.

Die Forschungsergebnisse werden direkt dem Projekt agEnS zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Projekt LISAgenS finden Sie hier.

Steinbruch Schriesheim CC-BY-SA ROBX, Ruhr-Universität Bochum
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Geothermieprojekt Rhein-Pfalz

Das erste interkommunale Tiefengeothermieprojekt "Rhein-Pfalz"

Die Stadtwerke Speyer und Schifferstadt entwickeln gemeinsam das erste interkommunale Tiefengeothermieprojekt in Rheinland-Pfalz. Das Bundesland hat sich verpflichtet, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Schon vorher, bis spätestens 2030, soll das Fernwärmenetz der Stadtwerke Speyer dekarbonisiert werden. Für die beiden kommunalen Unternehmen bedeutet das, den Anteil fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas in der Energieerzeugung zu reduzieren und stattdessen auf erneuerbare Energien umzusteigen. 

Sie sind davon überzeugt: Geothermie ist die beste Energiequelle für die Städte Speyer und Schifferstadt und Umgebung – CO2-frei, erneuerbar und generationenübergreifend verfügbar.

Die Ergebnisse von agEnS fließen direkt in das Projekt „Rhein-Pfalz“ ein und werden dort umgesetzt.

Hier erfahren Sie mehr über das Tiefengeothermieprojekt "Rhein-Pfalz".

News zum Forschungsprojekt AGENS

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In einem Saal sitzen viele Zuhörer, die von hinten fotografiert sind

Antworten auf Fragen zu Bohrtechnik, Umweltschutz und Versicherung.

Eine Projektion zeigt einen Präsentation mit dem Text "Das interkommunale Geothermieprojekt Rhein-Pfalz", davor das Podium der Oberbürgermeisterin von Speyer, der Bürgermeisterin von Schifferstadt, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer und dem Werkleiter der Stadtwerke Schifferstadt. Das Publikum im Vordergrund hört interessiert zu.

Dialog mit der Bevölkerung vor Ort wichtig.

Ihre persönlichen Ansprechpartner

Claire Weihermüller

Geschäftsführerin geopfalz GmbH & Co. KG
Projektkoordination agEnS

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Jörg Uhde

Prokurist geopfalz GmbH & Co. KG
Projektkoordination agEnS

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